Über die Skulpturen

Das bildhauerische Werk von Diego Lora, das in Maßen und Volumen den seinigen entspricht, beschwört intuitive Rückblicke in den Raum und in die Zeit. Es evoziert Assoziationen an das Material der Ethnologie und Archäologie: kulturelle Relikte, die die weltlichen und göttlichen Wurzeln der Kultur von ihren Anfängen bis zur Gegenwart transportieren. TOTEMS oder starre Gottheiten, die geschaffen wurden, um schweigsam sowohl ihre innere Abstammung von den Indianern Nordamerikas als auch das gleichermaßen kollektive wie individuelle Wohlbefinden zu bezeugen, das den Hinterlassenschaften dieser dieser Stämme ihren Glanz verleiht. Die konstruktivistische Formensprache von Lora ist ein Füllhorn voll moderner Stilmittel. Sie fasziniert durch ihre eigene und präzise Ästhetik: Es wirkt so, als ob Module der Raumfahrttechnologie zusammengefügt würden; es kommt zu einer Gegenüberstellung von Industriemüll aus Elementen der Kybernetik sowie Schwerindustrie. Die Werke sind deutlich post-industrialistisch, sie deuten auf die unbeirrbare Dekadenz einer Zeit hin, die ihren Müll recycelt, unwiderruflich die Ökosysteme manipuliert und durch Gedankenlosigkeit zerstört hat. Stille Zeugen - aber auch Satelliten, die irdische und galaktische Universen durchziehen, Schönheit bringen und Paradigmen bilden, welche unsere Art zu denken hinterfragen.

Juan Andres Jaramillo S.


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